Einfache Aufforderungen und Anweisungen geben (Imperativ)
A1Einfache Aufforderungen und Anweisungen geben (Imperativ im Englischen)
Der Imperativ ist die Verbform, mit der man im Englischen direkte Aufforderungen, Anweisungen, Ratschläge und Verbote ausdrückt. In den meisten Fällen besteht er aus der Grundform (base form) des Verbs, ohne Subjekt (you) und ohne „to“. Dieser Artikel erklärt, wann und warum man den Imperativ benutzt, wie man ihn bildet, welche Varianten es gibt und welche Fehler man vermeiden sollte. Viele Beispiele sind auf Englisch angegeben (mit deutscher Übersetzung).
Was ist der Imperativ?
Der Imperativ richtet sich in der Regel an die zweite Person (du, ihr, Sie) und sagt jemandem, etwas zu tun oder nicht zu tun. Beispiele:
- Open the door. (Öffne die Tür. / Öffnet die Tür.)
- Don't touch that. (Fass das nicht an.)
- Sit down. (Setz dich.)
Wichtig: Das Subjekt (you) wird fast immer weggelassen. "You open the door." ist kein normaler Imperativ; als Befehl sagt man einfach "Open the door.".
Wann benutze ich den Imperativ?
Der Imperativ wird z. B. verwendet für:
- Befehle: "Stop!" (Halt!)
- Warnungen: "Don't touch the hot pan." (Fass die heiße Pfanne nicht an.)
- Anleitungen / Bedienungsanleitungen: "Press the green button." (Drücke den grünen Knopf.)
- Rezepte: "Chop the onions." (Hacke die Zwiebeln.)
- Schilder und Hinweise: "Keep out." (Betreten verboten.)
- Vorschläge (mit let's): "Let's go." (Lasst uns gehen.)
- Höfliche Bitten (oft mit please oder mit Modalverben): "Please pass the salt." (Bitte reich mir das Salz.)
Wie bildet man den Imperativ?
Positive (bejahende) Form
Regel: Verwende die Grundform (base form) des Verbs, ohne "to" und ohne Subjekt:
- Open the window. (Öffne das Fenster.)
- Sit down. (Setz dich.)
- Turn off the light. (Schalt das Licht aus.)
- Take two tablets. (Nimm zwei Tabletten.)
Hinweis: Du kannst "please" vorne oder hinten setzen, um höflicher zu klingen:
- Please sit down. (Bitte setz dich.)
- Sit down, please. (Setz dich bitte.)
Negative Form
Regel: Verwende "don't" (do not) + Grundform des Verbs:
- Don't touch that. (Fass das nicht an.)
- Don't be late. (Sei nicht zu spät.)
- Don't run. (Renn nicht.)
Formeller: "Do not" statt der Kurzform "Don't" wirkt etwas harscher oder formeller:
- Do not enter. (Nicht eintreten.)
Alternative starke Verneinung mit "never":
- Never give up. (Gib niemals auf.)
Auf Schildern ist oft die -ing-Form ohne Verb gebräuchlich: "No smoking." (Rauchen verboten.) – das ist kein Imperativ, erfüllt aber denselben Zweck.
Vorschläge: "Let's" / "Let + Objekt"
"Let's" (let us) verwendet man für Vorschläge, die den Sprecher mit einschließen:
- Let's go. (Lasst uns gehen.)
- Let's not argue. (Lasst uns nicht streiten.)
Für Aufforderungen an andere, jemandem etwas zu erlauben oder zu tun, benutzt man "let" + Objekt + Grundform:
- Let him speak. (Lass ihn sprechen.)
- Let them in. (Lass sie rein.)
Negativ: "Don't let him go." (Lass ihn nicht gehen.)
"Do" für Betonung
Man kann "do" vor die Grundform setzen, um eine Aufforderung zu betonen oder höflicher zu machen (besonders in Einladungen oder formellem Stil):
- Do come in. (Kommen Sie bitte herein.)
- Do try to be on time. (Versuchen Sie bitte, pünktlich zu sein.)
Imperativ mit Pronomen / Objekten
Objektpronomen folgen im Imperativ normal dem Verb:
- Give me the book. (Gib mir das Buch.)
- Tell him the truth. (Sag ihm die Wahrheit.)
- Show us your ticket. (Zeig uns dein Ticket.)
Negativ:
- Don't tell anyone. (Erzähl niemandem davon.)
Besondere Verben: be, have, passive Formen
- "Be" hat die Grundform "be":
- Be careful. (Sei vorsichtig.)
- Be quiet. (Sei ruhig.)
- Don't be late. (Sei nicht zu spät.)
- "Have" wird in Aufforderungen oft für Handlungen oder Angebote verwendet:
- Have a seat. (Nimm Platz.)
- Have a look. (Schau mal.)
- Passive-/Zustandsformen mit "be" + Past Participle sind in formellen Anweisungen üblich:
- Be seated. (Nehmen Sie Platz.)
- Be advised that... (Bitte beachten Sie, dass...) – sehr formell.
Höflichkeit: Bitten statt Befehle
"Please" und Modalverben als höfliche Alternative
Imperative Sätze können direkt wirken. Für Höflichkeit verwendet man oft "please" oder ersetzt die direkte Form durch eine Frage mit Modalverb:
- Please close the window. (Bitte schließe das Fenster.)
- Could you close the window? (Könntest du das Fenster schließen?)
- Would you please pass the salt? (Würden Sie bitte das Salz reichen?)
Diese Alternativen sind keine grammatischen Imperative (bei Modalfragen steht das Subjekt), erfüllen aber dieselbe Funktion als höfliche Bitten.
Ton: direkter Befehl vs. höfliche Bitte vs. Vorschlag
- Direkt: "Close the door." (Schließ die Tür.) – klarer Befehl.
- Höflich: "Could you close the door, please?" (Könntest du bitte die Tür schließen?) – höflicher.
- Vorschlag: "Let's close the door." (Lasst uns die Tür schließen.) – inklusiv, weniger befehlend.
Imperativ in Schildern, Anleitungen und Rezepten
Schilder und kurze Hinweise
Auf Schildern und Warnhinweisen werden sehr kurze Formen verwendet:
- Keep out. (Betreten verboten.)
- No smoking. (Rauchen verboten.)
- Exit. (Ausgang.)
Manchmal ist die Formell kürzer als ein kompletter Imperativ, z. B. "No smoking" statt "Don't smoke".
Rezepte und Handbücher
In Rezepten und Bedienungsanleitungen steht oft die Grundform in Listen:
- Preheat the oven to 180°C. (Heize den Ofen auf 180°C vor.)
- Chop the onions. (Hacke die Zwiebeln.)
- Stir for 5 minutes. (Rühre 5 Minuten.)
Das ist sehr üblich und effizient für Schritt-für-Schritt-Anweisungen.
Häufige Fehler — was man vermeiden sollte
- Falsch: "To open the door." (als Aufforderung) — Richtig: "Open the door."
- Falsch: "Opens the window." — Richtig: "Open the window." (Kein -s im Imperativ.)
- Falsch: "Let's to go." — Richtig: "Let's go." (Nach "let's" kommt die Grundform ohne "to".)
- Falsch: "Dont touch that." — Richtig: "Don't touch that." (Vergiss das Apostroph nicht.)
- Falsch: "You sit down." (als normale Aufforderung) — Richtig: "Sit down." (Man lässt "you" normalerweise weg.)
- Falsch: "Lets go" (ohne Apostroph) — Richtig: "Let's go." (Apostroph wichtig: let us → let's.)
Weitere Hinweise:
- Vermeide das Voranstellen von "to": Imperativ = Grundform ohne "to".
- Vermeide das Anhängen von -s (3. Person Singular) an das Verb.
- Achte auf die Tonlage: Imperative können schroff klingen; weiche sie mit "please" oder Modalverben ab, wenn nötig.
Kurzüberblick — Regeln in Kürze
- Positive Aufforderung: Grundform (open, sit, turn)
- Open the door. (Öffne die Tür.)
- Negative Aufforderung: don't + Grundform
- Don't run. (Lauf nicht.)
- Vorschlag (wir): let's + Grundform
- Let's eat. (Lasst uns essen.)
- Dritte Person erlauben/auffordern: let + Objekt + Grundform
- Let her decide. (Lass sie entscheiden.)
- Höflichkeit: please oder Modalfrage (Could you...?)
Glossar
- Grundform / base form: die Form des Verbs ohne "to" (open, go, eat) — die Form, die im Imperativ verwendet wird.
- Imperativ: Verbform für Befehle, Bitten, Anweisungen.
- Negative Imperativ: Form mit "don't" + Grundform.
- Let's: Kurzform von "let us" für Vorschläge, die den Sprecher einschließen.
- Modalverben: (could, would, can, will) werden oft in Fragen für höfliche Bitten benutzt.
Wenn du diese Regeln und Beispiele beachtest, kannst du klare, natürliche Aufforderungen und Anweisungen im Englischen bilden. Achte besonders auf die Grundform des Verbs, die Verwendung von "don't" bei Verboten und auf Höflichkeitsformen wie "please" oder "Could you...?".